Andreas B. Pflüger, Komponist: Foto: © Copyright 2002 O. B. Hartmann
Geboren in Basel am 23. August 1941. Sohn des bekannten Kunstmalers Carl Pflüger-Gotstein. Schulen in Basel (4 Jahre Rudolf Steiner & 8 Jahre Mathematisch-Naturwissenschaftliches Gymnasium), Studium an der Musikhochschule Basel. Diplom in Komposition (Robert Suter) und Kontrabass (Angelo Vilae).
1965-1966 Studienaufenthalt bei der Gulbenkian Kulturstiftung in Lissabon.
1966-68 Mitarbeiter von Igor Markevitch in Madrid. Kompositionsseminare mit Prof. Dr. Luis de Pablo. In den 70-er Jahren mehrere Besuche der Darmstädter Sommerkurse für neue Musik. Dort Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel, Yannis Xenakis, Rolf Gehlhaar, Siegfried Palm u.a.m.
1990 Experte Intern. Musikwettbewerb in Genf (CH)
1993 Experte Intern. Musikwettbewerb in Markneukirchen (D)
1997 Vortragsreise in den USA "Strolling through 200 years of Swiss Music"
1998 gleiche Tour in Argentinien und Paraguay
Ca. 40 Werke für Kammerensembles, ca. 20 Werke für Orchester (mit und ohne Soloinstrument) 5 Opern, 2 Ballette.
Schreibt unter einem Pseudonym Filmmusik.
Ansichtsmaterial und Aufnahmen aller Werke stellt der Komponist bzw. die jeweiligen Verlage gern zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an die Adresse.
Auf dieser Seite:
9 Minuten
Ein Rameau-Spiel (2006)
für Altsaxophon, Fagott und Klavier
von Andreas B. Pflüger
10 Minuten
Es handelt sich hierbei um ein echtes Capriccio: brillante Klangkombinationen, kontrapunktisch verarbeitete Themen, die sich in reine Effekte auflösen und dann wieder in pseudotonale klangvolle Toninseln aufzulösen. Ein sehr effektvolles Werk.
Andreas B. Pflüger, Basel, August 2005
Kammeroper von Andreas B. Pflüger
Libretto: Bruno A. Nauser
Uraufführung Theater auf dem Gurten in Bern
Weitere Vorstellungen in Zug, Aarau, Zürich und Basel
Regie: Katharina Rupp
Musikalische Leitung: Facundo Agudin
Die Kammeroper führt uns in die menschliche Einsamkeit und die Ängste der heutigen Zeit. Den Ausweg welchen die Protagonisten suchen ist der virtuelle Chat, in dem sie in andere Identitäten schlüpfen können. Microsophisto, der mephistophelische Verführer der Neuzeit, eine diabolische Sprechrolle, führt durch das gesamte Geschehen, versucht ohne Erfolg die Seelen der Menschen zu ergattern. Die Musik zieht mit madrigalen Klängen aus dem Mittelalter gekonnt Parallelen der Einsamkeit und der Ängste in jener Zeit, welche damals zu fundamentalistischem Handeln und Ausgrenzungen führte, wobei die Menschen ihr Heil in der virtuellen Mystik suchten.
Wir erleben die Darsteller vorerst als Chatter in ihren sich selbst ausgewählten Identitäten. So stellt sich ein über 90-jähriger Greis als starker Mann dar und versucht eine Frau, welche sich als Vamp ausgibt, jedoch eine Jugendliche ohne Erfahrung ist, zu erobern. Nachbarn, welche sich bis aufs Blut im realen Leben bekämpfen, turteln unbeabsichtigt verliebt miteinander im Internet und eine übergewichtige Dame gibt sich einem vermeintlichen, schlanke Frauen liebenden Rocker virtuell hin; einem Millionär, der versucht, ein Tröpfchen Blut sich zu sichern.
Als die Chatter dann ein Treffen im Wirtshaus zum alten Leffen ausmachen, ist die Ernüchterungskatastrophe programmiert! Da niemand der modernen, aufgeklärten Menschen mehr an den Teufel glaubt, wird Microsophisto verprügelt, dem Millionär die Schuld an der realen Situation angelastet, während die Chatter beschliessen erneut ihren Fantasiewelten nachzuhängen und im Chat ihr Glück zu suchen. Die Oper lebt von Verwechslungen, virtuellen Liebesgeschichten und viel Action, welche die Bühne stets in Bewegung hält.
Andreas B. Pflüger, Basel, April 2006
Trio für Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon
nach Bildern von Marc Chagall
von Andreas B. Pflüger
10 Minuten
21. November 2000, Gladbeck
The Raschèr Saxophone Quartett http://www.rsq-sax.com/
"Bei diesem Trio handelt es sich um akustische Erweiterungen der reichen und sehr phantasievollen Farbigkeit der chagallschen Malkunst. Das Stück schöpft die klanglichen Möglichkeiten des Saxophons voll aus."
Andreas B. Pflüger, Basel, August 2005
Oper von Andreas B. Pflüger
Libretto Lukas Holliger
8 Sänger (22 Rollen)
Spieldauer: abendfüllend
Ort und Zeit: Wien, 2006
27. Januar 2006
Kaserne Basel
http://www.kaserne-basel.ch/
Premiere
28. Januar, 3., 5. Februar 2006
Kaserne Basel
16., 17., 22. und 23. September 2006
Wiederaufnahme im Jura in Zusammenarbeit mit Ursinia St. Ursanne (Schweiz)
Jean Knutti, Bariton: Patrick
Sandra Spiess, Sopran: Mirjam, Claire Gynt 2
Lisandro Abadie, Bass: Soliman
Dieter Wagner, Tenor: Mozart
Jeanne Roth, Alt: Glatzkopf, Museumsbesucherin, Passantin 3, Mozartforscherin
Aurea Marston, Mezzosopran: Museumsführerin, Passantin 1, Bettler, Gefängniswärterin
Felix Rienth, Tenor: Polizist, Mozartforscher, Museumsbesucher, Passant
Lili Küttel, Mezzosopran: Claire Gynt 1, Passantin 2, Falscher Mozart, Museumsdirektor, Türhüter
Facundo Agudin, musikalische Leitung
Michael Lochar, Inszenierung
Sean McAlister, Bühne
Ana Spinelli, Kostüme
Opera Obliqua
Orchestre Symphonique du Jura
Beschäftigt man sich mit Mozart im Hinblick auf seinen 250. Geburtstag 2006, so ist es unabdingbar, einen unverwechselbaren, zeitgenössischen Bezug herzustellen. Was Mozarts Musik betrifft, wird sie auch noch in 700 Jahren aktuell sein. Wodurch aber könnte sich eine Begegnung mit Mozart ausgerechnet im Jahr 2006 auszeichnen?
Mozart hat mit Monostatos oder Bassa Selim immer wieder Vertreter anderer Kulturen oder Ethnien in seine Opern geholt. Das geht schnell vergessen, wenn uns als Mozart kostümierte Österreicher in der Fussgängerzone Wiens entgegentreten und uns in touristentauglichem Dialekt in ein Konzert mit historischen Kostümen einladen.
Was, wenn uns ein Afrikaner, als Mozart verkleidet, entgegenträte. Die Oper "Der schwarze Mozart" wählt den Nigerianer Patrick Smith als Hauptperson. Er arbeitet, um sein Studium zu finanzieren, weiss gepudert als Mozart in der Fussgängerzone. Wie sagte Gottfried Keller? Kleider machen Leute. Es stellt sich schnell heraus, dass er, verkleidet als die Kultur-Pop-Figur schlechthin viel beliebter ist als Patrick Smith. Am eigenen Leib erfährt er plötzlich die aggressive Sehnsucht der Durchschnittsmenschen nach dem Genie. Er gerät in eine Identitätskrise und es spiegeln sich in seinem kostümierten Leben zunehmend zwei Biografien aus dem 18. Jahrhundert: Wolfgang Amadeus Mozart und Angelo Soliman. Wer war Soliman?
Der Afrikaner und Wiener Zeitgenosse Mozarts, Angelo Soliman, wurde in Nordnigeria geboren, katholisch getauft und kam 1733 nach Wien. Er starb 1796 als hoch geachteter Wiener Bürger und kaiserlicher Offizier. Er galt Zeit seines Lebens als schönster Mann Wiens. Seine Biografie wurde aber vor allem deshalb bekannt, weil ihm nur Stunden nach seinem Tod auf allerhöchstes Geheiss die Haut abgezogen und auf einen hölzernen Körper gespannt wurde. Solimans Hülle posierte bis 1848 als ausgestopfter "Afrikaner" in der Naturaliensammlung Franz II. Ausserdem ist über Soliman bekannt, dass er zu Lebzeiten in derselben Freimaurerloge verkehrte, wie Mozart. Vermutlich war er sogar das Vorbild für den Mohren Monostatos in der "Zauberflöte".
Beide Biografien, Mozart und Soliman, verbindet untrennbar folgendes gesellschaftliche Prinzip: So sehr ein Fremder mit Talent salonfähig werden kann (Soliman), so sehr wird der Salonfähige mit viel Talent ein Fremder (Mozart). Beide Persönlichkeiten werden nach ihrem Tod früher oder später musealisiert, von der Masse in puppenhafter Form in Erinnerung gehalten. Soliman und Mozart werden vom autoritären Durchschnitt — und sei es aus Hochachtung - in den Exotenstatus gedrängt.
Basierend auf obigen Gedanken des jungen Basler Librettisten Lukas Holliger schreibt der Basler Komponist Andreas Pflüger unter dem Titel "Der schwarze Mozart" eine Oper. Die Uraufführung findet unter Leitung des in der Schweiz lebenden argentinischen Dirigenten Facundo Agudin am 27. Januar 2006 in der Kaserne Basel statt.
Verfaßt im Dezember 2004
Die Oper "Der schwarze Mozart" spielt 2006. Hauptperson ist Patrick, ein als Mozart in der Wiener Kärtnerstrasse arbeitender Afrikaner.
In der ersten Szene sehen wir Patrick in seinem Alltag. Er entnimmt einer Waschmaschine das frisch gewaschene Mozart-Kostüm (die Zahlen der verschiedenen Waschtemperaturen von Hose, Strümpfen, Perücke könnten gesungen werden in Analogie zu den Zentimeterangaben für das Ehebett in der Eröffnungsszene von "Le Nozze di Figaro").
Es folgen Szenen, in denen Patrick erfahren muss, dass er als weissgesichtiger Mozart besser behandelt wird denn als unverkleideter Schwarzer. Er wird fotografiert, von Touristen zum Essen eingeladen und lernt eine amerikanische Touristin kennen, die seine Freundin wird.
So sehr ihm diese Entwicklung gefällt, so sehr wächst in ihm der Neid auf jenen Komponisten, dem noch nach 200 Jahren mehr Achtung entgegengebracht wird, als ihm. "Ich komme mir vor, wie die Schokoladenfüllung in einer Mozartkugel!". Patrick will mehr wissen über seinen Widersacher und besucht das Wohnhaus Mozarts. Prompt wird er über Nacht eingeschlossen. Weil er Geräusche hört, flüchtet er sich unter die Kopfhörer mit den Hörproben und steigert sich unfreiwillig (er mag eigentlich keine Musik von Toten) in einen Mozart-Rausch. Die Hassliebe ist perfekt. Er schminkt sich angewidert ab, zieht sich um, und beginnt zu randalieren, um die Alarmanlage auszulösen und befreit zu werden. Dabei verletzt er sich. Die Polizei, findet das leere und blutige Mozart-Kostüm (Patrick hat sich damit das Blut abgewischt). Sie glaubt Patrick nicht, dass er als Schwarzer darin gesteckt habe ("Was will ein Schwarzer in unserem Mozart?") und verdächtigt ihn eines schweren Verbrechens (hier kommt die auch historisch belegte Lust an Mordthesen zu Mozarts Tod wieder hoch). Patrick kommt in Untersuchungshaft. Im Gefängnis begrüsst ihn im Traum der historische Soliman. Soliman überreicht ihm ein merkwürdiges Instrument: "Damit wirst du in Zukunft auch ohne Kostüm geliebt!" Patrick denkt: "Spiel ich besser als Mozart, muss die Polizei das Mordmotiv Neid fallenlassen!". Patrick beginnt das Instrument zu lernen, mit dem Ziel, Mozart zu übertreffen. Er will in der Fussgängerzone stehen und mit seiner eigenen Musikalität über die kleine Nachtmusik triumphieren, die da jeden Tag zum Besten gegeben wird.
Tatsächlich bringt er es im Gefängnis innert kürzester Zeit zu beachtlicher Virtuosität. Als schwarzer Mozart-Häftling, welcher Klassik und eigene Improvisationen wild und sinnlich mischt, wird er schnell zur Kultfigur, findet sich auf Postkarten wieder und erhält, kaum in Freiheit, Einladungen in Talkshows. Seine Freundin erweist sich als perfekte Managerin. Sein Image als "dressierter Mozart-Affe", wie ihn eine Boulevardzeitung prompt bezeichnet hatte, wird er aber nicht mehr los. Unterdessen trifft man auch in der Fussgängerzone dutzendweise auf billige Patrick-Nachahmer, schwarz geschminkte Patrick Doppelgänger. Sogar eine Schokolade mit seinem Namen kommt auf den Markt und erobert die Konfiserien der Festspielstädte. Patrick beginnt zum zweiten Mal, sich und sein diesmal aber unverkleidetes Spiegelbild zu hassen. Patrick wird krank und in seinem Fieberwahn muss er zusehen, wie die geklonten, puppenhaften Mozarts und Patricks die Fussgängerzonen bevölkern. Als Halluzinationen erscheinen ihm der historische Mozart und der historische Soliman und beklagen angesichts dieses gigantischen Revivals ihr Nicht-Sterben-Können, und ihr gleichzeitiges zunehmendes Fremdsein. Patrick besinnt sich auf seine eigene Biografie und plant einen letzten, musikalischen Befreiungsschlag. Er erfindet seine ganz eigene Musik, fremd von Wettbewerb, Tradition oder Gefallsucht.
Es gibt im Libretto ein "Kleider machen Leute"-Motiv. Der Status, der das Mozart Kostüm Patrick verleiht, ist hier allerdings kein Sozialer wie bei Gottfried Keller, sondern ein Historischer, also etwas Konservatives, garniert mit dem modernen, sponsorentauglichen Mozartkugeln-Image. Die Verbindung aus Pop, Genie und 18.-Jahrhundert-Romantik schlägt voll ein. Das Thema des Librettos ist auch unsere zeitgenössische Sehnsucht nach dem Genie, nach Ruhm und nach schönen Melodien, eben nach Mozart.
Gleichzeitig kann das Hauptmotiv der Milos Forman-Verfilmung auch in der Oper "Der schwarze Mozart" nicht fehlen: Der Neid des Durchschnittsmenschen auf das unsterbliche Ausnahmetalent. Indem der vom Neid befallene Patrick zugleich auch ein diskriminierter Schwarzer ist, wird das Neid-Motiv jedoch schwieriger zu verurteilen. Dem Neid verspürenden Patrick würden wir - im Unterschied zu Salieri - aus Motiven politischen Gerechtigkeitsempfindens die Beliebtheit Mozarts durchaus gönnen. Aber statt zu Mozart, kann Patrick im Verlauf der Handlung doch höchstens zu einem Soliman werden. Das ist kein Geschichtspessimismus, sondern der Versuch, zu zeigen, wie sehr unser Denken motivisch in den Spuren unserer Vergangenheit gefangen ist. Nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Faulheit.
nach Gedichten von Selma Meerbaum-Eisinger und Paul Celan
für Alt und Akkordeon
von Andreas B. Pflüger
Im Programm "Mutterland Wort"
Ein Programm um jüdische Poesie der deutschsprachigen Bukowina von
Christina Ascher, Alt und
Margit Kern, Akkordeon
http://www.christina-ascher.com/
Was Selma Meerbaum-Eisinger und ihr Cousin Paul Celan (Anagramm von Ancel - kommt aus dem spanischen "Angel", ein häufiger sephardischer Name) verbindet, ist das verzweifelte Flüchten vor der historischen Realität in eine Sprachmystik, durch die sie sich eine neue geistige Heimat schaffen konnten. Selma Meerbaum-Eisinger suchte sich diese durch die Gefühle "Ich bin in Sehnsucht eingehüllt", Paul Celan hingegen durch das Schaffen einer Sprachwelt: "Erreichbar, nah und unverloren inmitten der Verluste blieb dies eine: die Sprache." Die Vertonung der Gedichte ist aus diesem Grund poetisch und in Pastelltönen gehalten. Den Gedichten wird eine neue Dimension hinzugefügt, diese den Hörer tiefer in die Poesie eindringen.
Don Quijote - oder der sinnvolle Kampf gegen das Aussichtslose
Von Andreas B. Pflüger
Für Orchester
(2+1Picc.2.2+Baßcl.2+Kfg-4.2.3.1-Pk-4Schlgzg(Glockenspiel,Triangel,kl+gr.Tr.,Bck)-Hfe)
ca. 14 Minuten
editio Bärenreiter Praha
http://www.sheetmusic.cz/
Uraufführung im Theater der Stadt Marl, Samstag 21. Mai 2005
Orchester der Musikgemeinschaft Marl
Leitung: Armin Klaes http://www.arminklaes.de/
Vor ungefähr zwei Jahren machte mich mein Musikerfreund Armin Klaes, Dirigent und Hochschuldozent, in Duisburg darauf aufmerksam, dass 2005 das Jubiläumsjahr des Erscheinens von Miguel de Cervantes Hauptwerk "Don Quijote" - es gilt als erster Roman in der Literaturgeschichte - sei.
Dabei fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, ein Werk für das Symphoniehorcher Marl zu diesem Anlass zu schreiben. Ich war sofort begeistert von dieser Idee, denn nach meinem Abschluss an der Musikhochschule Basel verbrachte ich ungefähr zwei Jahre in Madrid, wo ich mit dem Dirigenten Igor Markevitch zusammenarbeitete und dabei das Land, die Kultur und die Menschen von Cervantes Welt kennenlernen konnte. Im Jahre 1997 verbrachte ich noch einmal eine Zeit in der iberischen Kultursphäre, diesmal aber als Gastdozent in Argentinien und Paraguay.
Einfach die grotesken Abenteuer, die eigentlich eine Persiflage auf die heldenhaften Ritterschilderungen der damaligen Zeit sind, als Programmmusik zu konzipieren und zu komponieren, würde wohl kein neues "Don Quijote" - Werk rechtfertigen, denn es gibt ja schon das gleichnamige Ballett von Ludwig Minkus (1826-1890) sowie das gleichnamige Orchesterwerk mit obligatem Violoncello von Richard Strauss (1864-1949).
Grundidee meines "Don Quijote - oder vom sinnvollen Kampf gegen das Aussichtslose" ist das subjektive Erleben der Umwelt des Helden, oder wohl besser Antihelden. Sein Scheitern bei all seinen Abenteuern wie z.B. sein Kampf gegen die Windmühlen, die er für gefährliche Giganten hält oder das Aufschlitzen der Weinschläuche - beides für ihn absolute Wirklichkeit - hat nicht nur komische Elemente. So kann in Don Quijote ein Mensch gesehen werden, der von edlen Idealen motiviert wird, aber an der materialistischen Realität scheitert - eine Situation, die ja auch zeitgenössische Komponisten treffen kann.
Die Aktualität von Cervantes Ideen ist auch im 20. Jahrhundert ungebrochen. Heute mehr denn je erleben die Menschen ihre eigene Bedrohung intensiv und mit gesteigerter Sensibilität, oft in extremer Weise ausgedrückt, um schlussendlich die aufgeworfenen Probleme durch Scheinkämpfe zu lösen oder zu tabuisieren. Dieser psychische Mechanismus geschieht auch mit Don Quijote: er wird zu totalen Negation des klassischen Helden. Passivität und Leiden prägen sein Leben, er wird zunehmend unfähig, sich spontan mit der Wirklichkeit abzufinden - und fatalerweise ist er sich seiner Situation bewusst.
Dazu gilt auch hier: die Feder des Genius Cervantes ist immer grösser als er selbst, sie reicht weit hinaus über seine ursprünglichen Absichten, einen Antiheldenroman zu schreiben und ohne dass er sich dessen klar bewusst wurde, verfasste er eine grosse und umfassende Analyse der menschlichen Psyche.
Auch geistige Auseinandersetzungen der damalige Gesellschaft verarbeitete Cervantes in seinem Roman: die Befreiung der von den Arabern besetzten Gebiete Spaniens liess die Frage nach der Legitimität der Kriege aufkommen. Oder welches Verhältnis soll der Intellektuelle, der Künstler gegenüber dem Staat, der Politik und dem Machtapparat einnehmen? Ebenso ist die Rede vom goldenen Zeitalter und vom idealen Staat. All diese Themen werden im Roman spielerisch verarbeitet, ohne dass es der Leser bewusst mitbekommt.
In der Vielfalt ihrer Arten und Formen bildet Musik ein ebenso wirksames wie zentrales Kapitel der ästhetischen Erfahrung. In der Kommunikation über musikalische Zusammenhänge setzt aber die Schwierigkeit ein, dass Beschreibungen musikalischer Erfahrung nicht verbal vermittelt werden können und aus diesem Grund durch wie auch immer verfasste sprachliche Beschreibungen unzugänglich sind.
Aus diesen Gründen werden meine Ausführungen über das Werk kurz sein, denn meine Erfahrung und auch meine Überzeugung sind, dass Musik - wie auch jede andere Kunstform - erst in der Phantasie der Zuhörer entsteht. Kann ein Komponist diesen Zugang zum Hörer schaffen, hat sein Werk auch eine kulturelle Berechtigung, wenn nicht, so war die ganze Kompositionsarbeit ein Leerlauf.
"Don Quijote - oder vom sinnvollen Kampf gegen das Aussichtslose" ist auf zwei grosse, dialektische Gegenpole aufgebaut. Einerseits bestimmt ein grosses, sinnlich erfassbares Thema die idealistische Absicht, die Welt zum Guten zu verändern. Aber dieses Thema wird zerbröckelt, zerstört, zu Bedeutungslosigkeit abgewertet, bis es nur noch fragmentarisch die ursprüngliche Idee beinhaltet - ein Kampf gegen das Aussichtslose. Das Zerbröckeln des Ideals stellt den musikdramaturgischen und gedanklichen Gegenpol dar.
Die Komposition ist in freier Atonalität komponiert. Besondere Aufmerksamkeit schenkte ich einer klanglich interessanten Instrumentierung. Denn diese erst lässt ein Werk in der Phantasie der Zuhörer zu einem interessanten Musikerleben entstehen.
Andreas B. Pflüger, Basel, den 20. November 2004
Idee: Eine Oper über Sigmund Freud
Realisierung geplant für 2008
von Andreas B. Pflüger
Libretto: Lukas Holliger
Das Freud-Jahr 2006 hat einmal mehr in Erinnerung gerufen, wie stark Freuds Einfluss immer noch überall zu spüren ist. Für die einen überschätzt, für die anderen nach wie vor der Verantwortliche einer kopernikanischen Wende in der Kulturgeschichte der Menschheit, kommt keiner an Freud, als den Entdecker des Unbewussten, vorbei. Fast scheint es, als gäbe es ein Unbehagen nicht nur in der Kultur, sondern namentlich auch an Freuds Erkenntnissen.
Mit dem Opernprojekt "Freud geht" (Arbeitstitel) wollen wir dem bis heute anhaltenden, von Freud diagnostizierten Unbehagen in der Kultur nachspüren, und wir halten dazu eine Lupe auf Freuds letzte Tage und Minuten in Wien. Sigmund Freud musste vor jenen flüchten, die "das Unbehagen in der Kultur" benutzten, sich dieser ganzen Kultur zu entledigen und dabei die barbarischste Katastrophe des 20."Jahrhunderts herbeiführten. Freud hatte kurz vor seiner Emigration nach London ein Nazi-Formular zu unterschreiben, in dem er bestätigen sollte, dass er und seine Familie nicht misshandelt wurden. Freud unterzeichnet und fügt folgenden, inzwischen legendär gewordenen Satz hinzu: "Ich kann die Gestapo jedermann auf das beste empfehlen". Freud scheint sich seine eigene Theorie zunutze zu machen, wonach der Witz den einzig akzeptable Tabubruch darstellt, und riskiert trotzdem Kopf und Kragen mit diesem Kommentar. Wie steht es um Freud in seinem vielleicht traurigsten Lebensmoment?
Die Oper beleuchtet diesen Moment, musikalisch, dramatisch.
"Dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten."
(Sigmund Freud)
Wien, 4. Juni 1938. Der Anschluss Österreichs an das deutsche Reich ist seit drei Monaten vollzogen. Die Oper schildert in Ausschnitten die letzten Tage in Wien, und die letzten Minuten, bevor einige Wagen die Familie Freud abholen und zum Bahnhof fahren. Dort werden sie den Zug nach Paris, später nach London nehmen.
Der Countdown des Abschieds läuft. Die Vergänglichkeit, die Sterblichkeit, das bedrohte Lebenswerk, Erinnerungen, alles wirbelt durch die Köpfe der jüdischen Emigranten.
Ein Fotograf dokumentiert ein letztes mal die berühmte Wohnung an der Berggasse 19, lichtet dabei auch einen unendlich traurigen Freud ab. Der schon krebskranke, 82-jährige Begründer der Psychoanalyse hat sich ein letztes Mal durch Wien fahren lassen, noch einmal die Universität, das Riesenrad (im Prater hatte dem Kind ein Wahrsager eine glanzvolle Karriere vorhergesagt) gesehen.
In keinem Moment ist Freuds Leben in so verdichteter Form präsent wie bei diesem Abschied. Erschöpft legt sich Freud auf die eigene Couch und versinkt in einem Strudel aus Kindheits- und Berufserinnerungen. Und tagträumend versucht er vergeblich seine Lage zu analysieren.
In der Oper treten folgende Personen auf: Anna Freud, Martha Freud, Dr. Max Schur (dem Freud das Versprechen abnahm, ihn, wenn es soweit ist, vor einem unnötig qualvollen Krebstod zu bewahren), Paula Fichtl, die Hausgehilfin, der Fotograf, und SS-Männer.
Dieses Personal der letzten Stunden in Wien ermöglicht durch die verschiedenen Perspektiven auf Freud, Facetten aus seinem Leben aufleben zu lassen.
Lukas Holliger, Dramatiker und Librettist, Basel/Wien, 29. Mai 2006
Die Prinzessin auf der Erbse
ca. 12 Minuten
Das hässliche Entlein
ca. 50 Minuten
Musik (mit Sprecher) von Andreas B. Pflüger
nach Märchen von Hans Christian Andersen
Orchesterbesetzung:
1 Flöte / 1 Oboe / 1 Klarinette (mit Bassklarinette) / 1 Fagott / 1 Horn / 1 Trompete / 1 Schlagzeuger / Streicher (solistisch besetzt)
Verleihrechte für die Noten (Dirigierpartitur und Einzelstimmen):
Kammersymphonie Berlin
http://www.kammersymphonie-berlin.de/
Wie hört es sich an, wenn die Erbse die Prinzessin durch alle Matratzen piekst und das hässliche Entlein durch die Lande watschelt? Der Schweizer Komponist Andreas B. Pflüger hat eigens für die Berliner Märchentage ein Werk komponiert, in dem die bekannten Märchen Andersens musikalisch erzählt werden.
19. November 2005, Samstag, 15 Uhr
Heilig-Kreuz-Kirche
Zossener Straße 65, Berlin-Kreuzberg
Es liest vor: Corinna Harfouch
Kammersymphonie Berlin
http://www.kammersymphonie-berlin.de/
unter der Leitung von Jürgen Bruns
Veranstaltung der 16. Berliner Märchentage
http://www.berliner-maerchentage.de/
Tickets zu EUR 7,- / 4,-
CD-Cover "Corinna Harfouch liest": Wiedergabe des CD-Covers mit Genehmigung durch Capriccio/Delta Music GmbH, Frechen.CD bei Capriccio/Delta Music GmbH, Frechen:
"Corinna Harfouch liest"
Corinna Harfouch, Erzählerin; Kammersymphonie Berlin
2CD 67 179/80 WG: 02 4006408671794
http://www.deltamedia.at/cd/corinna-harfouch-liest
Die beiden Werke von Andreas Pflüger wurden von Deutschland Radio Kultur produziert.
Als Bonus enthält das Set eine zweite CD mit der Kurzoper "Die Prinzessin auf der Erbse" (1927), von Ernst Toch. (Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Marek Janowski)
Der Der Märchenspiegel, Zeitschrift für internationale Märchenforschung und Märchenpflege der Märchen-Stiftung Walter Kahn berichtet über Werk und CD:
Märchen-Stiftung Walter Kahn
http://www.maerchen-stiftung.de/
Musik für Kinder zu komponieren hat mich immer fasziniert, denn Kinder sind ehrliche und spontanreagierende Zuhörer. Sie kennen keine falschen Komplimente aber ebenso wenig Missgunst oder Neid. Wenn eine Musik, ein Märchen, ein Spiel oder sonst was gefällt, so bekunden sie es offen, wenn etwas nicht gefällt, so geben sie ihrer Abneigung ebenso unverblümt Ausdruck.
Schon vor Beginn der Kompositionsarbeit war mir klar, dass ich den gelesenen Text von Andersen nicht nochmals in Musik zu setzen sondern der gesprochenen Erzählung neue Dimensionen zuzufügen habe, nämlich die Dimension des nur gefühlsmäßig Erlebbaren.
Ich konnte bei diesem Märchenprojekt auf eine sehr wertvolle Erfahrung zurückgreifen: vor ein paar Jahren vertonte ich eine Serie bekannten Kinderfilmen (104 Folgen !!) und lernte dabei, dass die Musik keinesfalls der stereotypen Vorstellung von "kindlich-einfach" entsprechen durfte. Nein, im Gegenteil, ich komponierte sie emotionell geladen und dramatisch, in großer symphonischer Orchesterbesetzung. Die Filme gehören noch heute zum Vorabendprogramm bei vielen Fernsehsendern.
Geschriebener und gesprochener Text eignet sich sehr gut, um Situationen und Handlungen zu beschreiben, ist aber im Schildern von Gefühlen, Emotionen und Stimmungen nur sehr beschränkt tauglich. Nur Musik allein schafft Zugang zu Regungen, die auf unbewusster Ebene ablaufen.
Also komponierte ich beim Andersen-Projekt nicht nochmals das gesprochene Märchen in Musik, das wäre wohl pleonastisch und künstlerisch nicht gerechtfertigt, sondern ich komponierte das innere, subjektive Erleben der einzelnen Figuren oder die Stimmung der Situation.
Auf diese Weise entsteht in der Phantasie der Zuhörer ein Zusammenwirken von äußerer, objektiv nachvollziehbarer gesprochener Handlung und innerem, durch Worte nicht beschreibbarem Emotions- und Stimmungsabenteuer.
Weiter möchte ich nun nicht die Musik mit Worten erklären, denn nur durch sich selbst kann sie sich den Zuhörern auftun, kann in ihrer Phantasie als Botschaft entschlüsselt werden und zum Erlebnis werden.
Andreas B. Pflüger, 4. November 2006
Andersen, Hans Christian
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Christian_Andersen
Hans Christian Andersen: Die Prinzessin auf der Erbse
http://gutenberg.spiegel.de/andersen/maerchen/erbse.htm
Hans Christian Andersen: Das häßliche junge Entlein
http://gutenberg.spiegel.de/andersen/maerchen/entlein.htm
für Oboe und Tonspur
von Andreas B. Pflüger
befoco Verlag, Coburg
http://www.befoco.de/
Uraufführung am 30. Oktober 2002, Theater Lofft, Leipzig
http://www.lofft.de/
Im Rahmen des Festivals "Grenzregionen"
Solist: Bernhard Forster
Elektronische Klänge lösen Oboenabläufe aus und die Oboe löst Elektronikklänge aus, in ständiger Wechselwirkung. Es entstehen akustische Polaroidaufnahmen, die sich ständig verändern, bis zur Unkenntlichkeit mutieren, sich verzerren. Musik aus der Sicht der Gegenseite, aus der Sicht des "anderen", Musik des subjektiven und projizierten Eindrucks.
Für die Erarbeitung der Klangspur habe ich folgende Elektronik benutzt:
Harddiskrecording: Sadie
Sampler: E-mu 4X Ultra / ROM-Sampler E-mu Planet-Phatt
Effekte: Lexicon PCM 70 / Lexicon PCM 80 / Eventide 3000 / t.c. 3000 / t.c. Finalizer
Andreas B. Pflüger, 6. September 2002
Saxophonquartett (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon) mit Tonbandzuspielung
nach Bildern von Andy Warhol
von Andreas B. Pflüger
10 Minuten
03. Dezember 2003, Berlin,
Unerhörte Musik im BKA-Theater http://www.unerhoerte-musik.de/
Saxophonquartett clair-obscur http://www.clair-obscur.de/
"Das Werk ist, wie schon Der Liegende Dichter, nach Bildern eines zeitgenössischen Malers konzipiert. Diesmal handelt es sich um Werke von Andy Warhol. Durch das Vermischen von Instrumentalklang mit elektronischen Effekten entsteht eine vollkommen neue Wahrnehmungsebene, wobei zu bemerken ist, dass es sich bei dem zu elektronischen Effekten verarbeitete Grundklang immer um saxophoneigene Samples handelt. Diese nahm ich anlässlich einer Probe mit dem Saxophonquartett clair-obscur aus Berlin auf. Die Tonbandspur des letzten Satzes ist eine Rockrhythmusspur, ganz auf Saxophonsamples aufgebaut."
Andreas B. Pflüger, Basel, August 2005
Andreas B. Pflüger: Prisma (2007)
für Blockflöte und Akkordeon
Geschrieben für Windspiel | Duo für Neue Musik
Verena Wüsthoff, Blockflöte
http://www.verena-wuesthoff.de/
Eva Zöllner, Akkordeon
http://www.eva-zoellner.de/
7. April 2008, 20.15
Kronenmattsaal, Binningen, Schweiz
http://www.kunstvereinbinningen.ch/
23. September 2007, 11:30 Uhr
Kulturbahnhof Eller, Düsseldorf
http://www.musik21.de/
21. September 2007, 20 Uhr
BIS Zentrum Mönchengladbach
http://www.bis-zentrum.de/
14. September 2007, 20 Uhr - Uraufführung
Hochschule für Musik und Theater Hannover
ERTA (European Recorder Teachers Association)-Kongress
http://www.hmt-hannover.de/
http://www.erta.de/
Ich habe die Regenbogenfarben in Klänge umgesetzt - nicht im physikalischen Sinn von in den Hörbereich transponierten Farbfrequenzen sondern in sinnlich erlebbarem, hörbargemachtem Bezug von Klang und Farbe.
Andreas B. Pflüger, Juni 2007
Saxophonquartett (Sopran-, Alt-, Tenor-, Baritonsaxophon)
von Andreas B. Pflüger
14 Minuten
1982, Lugano
Swiss Saxophone Quartett
Im Sommer des Jahres 1982 weilte ich ein paar Tage im südlichen Tessin um ein neues Werk zu konzipieren. Der damals bekannte und sehr engagierte Saxophonist und Rundfunkmitarbeiter im Rundfunkstudio Lugano, Michel Surget, hatte mich damals schon längere Zeit gebeten, ein Werk für sein Quartett zu komponieren...
Die südliche Landschaft, die Geräusche, die Gerüche, die Stimmungen des frühen Morgens und der Nacht weckten in mir Assoziationen von Klangfarben und vor allem von intensiver Sinnlichkeit... und eben diese wollte ich in dieses neue Werk einkomponieren, denn kaum eine andere Instrumentenfamilie wie die Saxophone besitzen so reiche Ausdrucks- und Klanggestaltungsmöglichkeiten und eignen sich besser, diese Sinnlichkeit dem Hörer näher zu bringen, ihn daran teilhaben zu lassen.
Es entstand in wenigen Wochen der "Sogno d´Estate" ("Sommertraum") und die Uraufführung fand nicht, wie bei zeitgenössischer Musik wohl eher üblich, in einem großen Kulturzentrum statt, sondern, so quasi "off broadway" im Frühherbst des gleichen Jahres einem kleinen Dorf in der Umgebung von Lugano. Seither wurde das Werk oft aufgeführt.
Andreas B. Pflüger, Basel, August 2005
Andreas B. Pflüger: Steine (1998)
für Violine solo
10 Minuten
Einige Aufführungen
12. April 2008, 20
Neues Palais Bamberg
http://neue-musik-in-bamberg.de
11. Juni 2005, 19 Uhr
Institut für Bildnerisches Denken, Grenzach-Wyhlen
http://www.institut-fuer-bildnerisches-denken.de/
8. Oktober 2005, 19 Uhr
Projektraum M54, Basel
CD
Enthalten auf der CD
"Katharina Schamböck und das Vilnius Kammerorchester"
CD-Liste
Kommentar des Komponisten
Die Idee für "Steine" kam mir bei einem Spaziergang, als ich mir einen Stein näher betrachtete: äußerlich gesehen in die starre Form unnachgiebiger Materie gebettet – innen jedoch voll molekularen Lebens, voller Überraschungen formaler und struktureller Natur – ein metrischer Kontrapunkt in extremis. Musikalisch arbeite ich mit verschiedenen, nahezu lautmalerisch eingesetzten Spieltechniken durch ich immer wieder die Grenze nachvollziehbarer Tonhöhenstrukuren aufhebe.
Andreas B. Pflüger
Komposition von Andreas B. Pflüger
Für Gitarre/E-Gitarre und Kontrabass/E-Bass
Thema mit Folgen: Bild von Andreas B. PflügerDem Duo Christian Kiefer / Wolfgang Sallmon gewidmet
Uraufführung 12. Oktober 2002
Kölner Philharmonie
http://www.koelner-philharmonie.de/
Dauer ca. 14 Minuten
Ein einfaches serielles Thema aus wenigen, kontrapunktischen Tonfolgen verändert seine Form und vor allem den Klang während des zeitlichen Ablaufs des Werks. Der klassische Klang der beiden Instrumente Gitarre und Kontrabass wird sehr stark erweitert durch das Einbeziehen von E-Gitarre und E-Bass. Die elektronischen Möglichkeiten sowie die formalen und strukturellen Variationen — von der akustisch-traditionellen Gestaltung über besondere Effekte wie sul ponticello, col legno, hinter dem Steg usw. bis hin zur Aleatorik — ermöglichen die Erzeugung einer stark erweiterten Klangwelt. Diese sich verändernde Klangwelt ist nicht wie bei der herkömmlichen Variationsform eindeutig festgelegt sondern geht fließend von einer in eine andere über. Nein, "Thema mit Folgen" ist kein Lehrstück für die in die Jahre gekommene musikalische Avantgarde, von denen gibt es ja schon allzu viele in der neuen Musikliteratur, sondern ein Spiel um Stimmungen und Emotionen.
Das Werk ist dem Duo Christian Kiefer - Wolfgang Sallmon gewidmet. In diesen Musikern lernte ich zwei hervorragende und engagierte Kollegen kennen.
Andreas B. Pflüger, Basel, den 23. Juli 2002
Christian Kiefer, Düsseldorf
http://www.christiankiefer.info/
Gitarre
für Altsaxophon und Klavier
von Andreas B. Pflüger
8 Minuten
1992, Basel
Ein Werk, das die klanglichen Möglichkeiten der beiden so unterschiedlichen Instrumente entweder zu einer Neusynthese zusammenführt oder sie ganz extrem gegenüberstellt - eben tra qua e là - (zwischen hier und dort). Es wurde 1992 in Basel uraufgeführt und seither sehr oft gespielt.
Andreas B. Pflüger, Basel, August 2005
Alle CDs sind im Handel erhältlich.
Katharina Schamböck, Violine
Litauisches Symphonieorchester Vilnius
Ltg. Vytautas Virzonis
CD-Cover: Coverart von Andreas B. Pflüger
Katharina Schamböck, Violine
Vilnius Kammerorchester
Ltg. Vytautas Virzonis
CD-Cover ... CONTRASTS ...: Coverart von Andreas B. Pflüger
Katharina Schamböck, Violine
Ukrainisches Kammerorchester, Kiev
Ltg. David Hönigsberg
Andrea Formenti, Altsaxophon
Tomas Dratva, Klavier
Bruno Suys, Kontrabass
Dante Medina, Klavier
Templeton Strong (1856-1948): Legende für Hornquartett; Erik Székely (*1927): Aubade et Séquence op. 7; Ernst Widmer (1927-1990): Panorama op. 94; Daniel Lienhard (*1955): Partikel; Klaus Cornell (*1932): Remémorances ("Was vom Tag übrigblieb"); Andreas Pflüger (*1941): Resonanzen; Roland Moser (*1943): Ton in Ton
Dauprat-Hornquartett
Musiques Suisses, MGB CD 6226
CD-Cover "Corinna Harfouch liest": Wiedergabe des CD-Covers mit Genehmigung durch Capriccio/Delta Music GmbH, Frechen.CD bei Capriccio/Delta Music GmbH, Frechen:
"Corinna Harfouch liest"
Corinna Harfouch, Erzählerin; Kammersymphonie Berlin
2CD 67 179/80 WG: 02 4006408671794
http://www.deltamedia.at/cd/corinna-harfouch-liest
Die beiden Werke von Andreas Pflüger wurden von Deutschland Radio Kultur produziert.
Als Bonus enthält das Set eine zweite CD mit der Kurzoper "Die Prinzessin auf der Erbse" (1927), von Ernst Toch. (Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Marek Janowski)
Die Idee ist, Gegensätzliches und Verbindendes in einem Konzert zu vereinen; zeitgenössische Kompositionen (zwei Schweizer Komponisten) mit Alter Musik zu konfrontieren (Spiegelkonzert). Erinnerungen und Reflektion spielen eine Rolle, so auch in der Hommage à Rameau des Landsmannes Claude Debussy.
Werner Barho, Pianist
Werner Barho, Pianist
beim Institut für bildnerisches Denken
http://www.institut-fuer-bildnerisches-denken.de/barho.htm
Jean-Luc Darbellay, Komponist
http://www.jean-luc-darbellay.ch/
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Links zu einigen Personen und Institutionen, mit denen Zusammenarbeit besteht oder bestand.
Aleph Film, Castel San Pietro, Schweiz
http://www.alephfilm.ch/
Adriano Kestenholz
Frick, Thomas, Potsdam
http://www.frickfilm.com/
Regisseur
Internationaler Melodramen Verein, Wien
http://www.melodramen.com/
Förderung der musikalischen Gattung Melodram
Ascher, Christina, Frankfurt am Main
http://www.christina-ascher.com/
Mezzosopran
Delorko, Ratko, Essen
http://www.delorko.de/
Pianist. "Die Geschichte des Klaviers"
Grofmeier, Sabine, Köln
http://www.sabinegrofmeier.de/
Klarinette
Herr, Claudia, Berlin
http://www.claudiaherr.de/
Gesang
Klaes, Armin, Duisburg
http://www.arminklaes.de/
Dirigent
Kiefer, Christian, Düsseldorf
http://www.christiankiefer.info/
Gitarre
Kurka, Irene, Bonn
http://www.irenekurka.de/
Sopran
Lanzrein, Stefanie, Moosseedorf, Schweiz
http://www.lanzrein.ch/
Flötistin
Lozynski, René, Essen
http://www.contrabasso.de/
Kontrabaß
Roth, Jeanne
http://www.jeanne-roth.ch/
Altistin
Sannemüller, Matthias, Leipzig
http://www.leipzig-online.de/musik-zeit/sannemueller.htm
Bratschist
Camerata Instrumentale Berlin
http://www.camerata-instrumentale-berlin.de/
Duo Bellini, Coburg
http://www.oboe-harfe.de/duo.htm
Oboe und Harfe
<belcanto> - Ensemble Dietburg Spohr, Frankfurt am Main
http://www.DLmusik.com/belcanto/
http://www.belcanto-spohr.de/
Vokalensemble
Ensemble >gelberklang<, Stuttgart
http://www.gelberklang.de/
Zeitgenössische Musik im Kontext
Ensemble Phorminx, Darmstadt
http://www.ensemble-phorminx.de/
Ensemble Sortisatio, Leipzig
http://www.leipzig-online.de/musik-zeit/sortisatio.htm
Matthias Sannemüller, Viola; Thomas Blumenthal, Gitarre; Axel Andrae, Fagott; Walter Klingner, Englisch Horn
Hornquartett Potsdam
http://www.horn-quartett.de/
Hornquartett Zürich
http://www.hornquartett.ch/
Kammersymphonie Berlin
http://www.kammersymphonie-berlin.de/
MDR-Bläserquintett, Leipzig
http://www.mdr-blaeserquintett.de/
Nederlands Vocaal Laboratorium, Amsterdam
http://www.vocaal-laboratorium.nl/
Vokalensemble
Quartett Avance, Köln
http://www.quartett-avance.de/
David Smeyers, Klarinette; Thomas Wagner, Posaune; Cornelius Hummel, Violoncello; Sven Thomas Kiebler, Klavier
The Raschèr Saxophone Quartett, Lörrach
http://www.rsq-sax.com/
Saxophonquartett clair-obscur, Berlin
http://www.clair-obscur.de/
Saxophonquartett vier atü, Fürth
http://vier-atue.saxophonensemble.de/
Andersen, Hans Christian
http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Christian_Andersen
Hirschfeld, C. René
http://www.hirschfeld-music.com/
Komponist
Holliger, Lukas, Basel, Wien
http://www.a-d-s.ch/d/lexikon/edit/detail_a.php?id_autor=801
Dramatiker und Librettist
Jansen, Gerd, Grenzach-Wyhlen
http://www.gerd-jansen.de/
Bildhauer
Musiques Suisses, Zürich
http://www.musiques-suisses.ch/
Berliner Märchentage
http://www.berliner-maerchentage.de/
Dresdner Philharmonie
http://www.dresdnerphilharmonie.de/
Edewechter Kunstfreunde
http://www.edewechter-kunstfreunde.de/
Forum für zeitgenössische Musik Leipzig
http://www.musik-zeit.de/
Gare du Nord, Basel
http://www.garedunord.ch/
gross-artig.ch, Basel
http://www.gross-artig.ch/
Künstlerplattform
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
http://www.staatstheater-wiesbaden.de/
Institut für bildnerisches Denken, Grenzach-Wyhlen
http://www.institut-fuer-bildnerisches-denken.de/
Kunst - Musik - Philosophie - Wissenschaft
IMD - Internationales Musikinstitut Darmstadt
http://www.imd.darmstadt.de/
Kaserne Basel
http://www.kaserne-basel.ch/
Kölner Philharmonie
http://www.koelner-philharmonie.de/
Schloss-Museum Wolfshagen, Brandenburg
http://www.schlossmuseum-wolfshagen.de/
Unerhörte Musik, BKA Berlin
http://www.unerhoerte-musik.de/
Einzige wöchentliche Konzertreihe für Neue Musik in Deutschland
LOFFT, Leipzig
http://www.lofft.de/
Leipziger Off-Theater
Museum für Musikautomaten, Seewen (Schweiz)
http://www.musee-suisse.ch/seewen
Museum für Ostasiatische Kunst, Köln
http://www.museenkoeln.de/museum-fuer-ostasiatische-kunst/
Ein Schatzhaus für die Kunst Chinas, Koreas und Japans
Theater am Stadtgarten, Winterthur (Schweiz)
http://www.theater.winterthur.ch/
befoco Verlag, Coburg
http://www.befoco.de/
editio Bärenreiter Praha
http://www.sheetmusic.cz/
Verlag Otto B. Hartmann, Lugano
http://www.mms-online.ch/
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